Ökologie und Umwelt

Friedrichshafen ist – eingebettet in ein Panorama aus Bodensee und Alpen – von der Natur gesegnet. Doch auch hier sehen wir deutlich die Folgen unserer Lebensweise: Artensterben, Klimawandel, Gewässerzustand und Umweltbelastungen. Wir sind uns dessen bewusst und engagieren uns für eine neue und gesündere Balance zwischen Zivilisation und Natur.


Dazu ist uns grundsätzlich wichtig in Kreisläufen zu denken, ressourcenschonend zu wirtschaften, die biologische Vielfalt wieder zu steigern und Belastungen zu vermeiden. Es wird eine größtmögliche Autarkie in den Bereichen Nahrung, Wasserversorgung und Energie angestrebt. Unsere natürliche Lebensgrundlage muss bewahrt und der Fokus in Zukunft noch stärker auf Ökologie und Umwelt gelegt werden.

stadtgrün

Pflanzen beleben eine Stadt. Sie sind „grüne Lunge“, Lebensraum, Bienenweide, Feinstaubfilter und Klimaanlage in einem. Sie wirken feuchtigkeitsregulierend und erhöhen den Freizeitwert sowie die Attraktivität der Stadt. Daher lautet unser Ziel: Grün vor grau. Friedrichshafen muss den Wert von Blumen, Bäumen, Sträuchern schätzen lernen und sich aktiv für die Begrünung von Häusern, Straßen, öffentlichen Plätzen, Fassaden, Flachdächern und Innenhöfen stark machen. Versiegelte Flächen sollten nochmals überdacht werden.

  • Adenauerplatz teilweise entsiegeln und begrünen. Franziskusplatz mit mobilem Grün aufwerten
  • Riedlewald als naturnahen Wald erhalten, pflegen und sauber halten
  • Urban Gardening im Grünflächenamt integrieren, essbares Grün andenken
  • Gartenkultur durch Wettbewerbe, Gemeinschaftsgärten und Anreizprogramme stärken
  • Industrie und Parkflächen begrünen (Dachflächen, Fassaden, grüne Parkhausfassaden)

Seewald

Wald abzuholzen ist ökologisch und klimatisch nicht haltbar. CO2-Freisetzung, artenschutzrechtliche Belange, Lebensraumverlust, Wegfall von kühlender Waldfläche und viele weitere Argumente sprechen eine deutliche Sprache: Der Wald muss bleiben! Die geplante Rodung des Teilstücks zwischen B30 und den Bahngleisen lehnen wir strikt ab. Ersatzpflanzungen auf sogenannten Ausgleichsflächen können bis in ferne Zukunft (mindestens 50 Jahre) den Verlust nicht ausgleichen.

  • Die Rodung des Teilstückes ist tabu
  • Die Firma Liebherr hat ausgewiesene und freigehaltene Ausweichfläche, diese gilt es zu nutzen
  • Alternativen prüfen, bessere Nutzung des bisherigen Areals, mehrgeschossige Produktion
  • Nachverdichtung, Überbauung angrenzender wenig genutzter Parkfläche

Gewässerschutz

Wasser ist die Basis unseres Lebens. Ein sorgsamer Umgang als Lebensmittel, aber auch als Naherholungsgebiet sowie als Lebensraum für Flora und Fauna ist uns besonders wichtig – ob Bodensee, Kleingewässer oder Fließgewässer wie Rotach. Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung (Auenwald, Habitate und Trittsteinbiotope) müssen Hand in Hand gehen.

  • Hochwasserschutz an der Rotach durch natürliche Maßnahmen gewährleisten, Biotop schaffen, der Rotach mehr Platz geben
  • Prüfung von Staumöglichkeiten (Energiegewinnung und Hochwasserschutz)
  • Rotachpark als Möglichkeit Naherholungsfläche sowie Flutungsfläche zu verbinden

Lokale Klimapolitik

Klima ist global und wird regional beeinflusst. Das Pariser Klimaschutzabkommen umzusetzen, sollte das Anliegen eines jeden sein und muss auch auf lokaler Ebene durch adäquate Maßnahmen angegangen werden. Die Stadt Friedrichshafen muss es sich zur Aufgabe machen, Energie (Wärme, Strom und Treibstoff) effizient einzusetzen, einzusparen und einen hohen Anteil erneuerbarer Energien anstreben. Die Stadt Friedrichshafen setzt sich ambitionierte Ziele zum Klimaschutz. Die Industrie soll aufgrund des prozentual hohen Anteils besonders in den Fokus genommen werden, da hier in Zusammenarbeit viel Energie gespart werden könnte, besonders Wärmeenergie.

  • Potentiale für Photovoltaikanlagen nutzen (Stadt geht mit gutem Beispiel auf kommunalen Dächern voran)
  • Prüfstände der Industrie effizienter gestalten (Strom- und Wärmenutzung), Abgasfilter und -kontrollen vorschreiben
  • Energiesparen im Verkehrsbereich, wo dies ohne Einbußen bei der Sicherheit möglich ist (Beleuchtungsintensität von Straßen und Gebäuden reduzieren, unnötige Ampeln abschalten)
  • „Friedrichshafen CO2 neutral und 100% erneuerbar“ Masterplan ausarbeiten und Möglichkeiten/Grenzen aufzeigen

Ressourcenstrategie

Man kann nichts wegwerfen, weil es kein „weg“ gibt. Müll war eine Ressource und sollte wieder zu einer Ressource werden. Dabei ist die Vermeidung von Müll genauso wichtig wie die Beseitigung. Neben dem Entmüllen der Landschaft/Natur, wollen wir ein stärkeres Bewusstsein schaffen bei Industrie, Handwerk und Bevölkerung. Die Stadt trägt ihren Teil dazu bei, Ressourcen zu schonen und in den Kreislauf zurückzuführen (Cradle to Cradle).

  • Bewusstsein für Müllproblematik und Kreislaufgedanke sollten früh in Kindergarten und Schule geschaffen werden; Müll gezielt zu sammeln, ist Teil des Konzeptes
  • Belastungen (Abgase, Abwasser, ungenutzte Abwärme, Licht, Lärm) reduzieren

Landschaft, Landwirtschaft und Flächenverbrauch

Boden lässt sich nicht vermehren. Er ist Lebensgrundlage und muss erhalten werden. Wir setzen uns dafür ein, Flächenversiegelungen zu vermeiden, Biodiversität zu fördern, die Kulturlandschaft zu erhalten und eine regionale, nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen. Dazu gehört auch, Regionalität in allen Bereichen zu fördern: Produktion, Verarbeitung, Vermarktung, Dienstleistungen, Industrie etc.

  • Kein weiterer Flächenverbrauch für Straßen; Wohnbau primär auf Konversionsflächen; Gewerbegebiete mehrgeschossig bebauen
  • Hochstämme, Hecken, Bäume in der Landschaft erhalten und neu anlegen
  • Unterstützung regionaler und ökologischer Lebensmittelerzeugung durch Vermarktungsinitiative (ständige Markthalle in der Alten Feuerwache) und die entsprechende Versorgung der öffentlichen Einrichtungen und Kantinen sowie deren Unternehmen

Baumschutzsatzung

Bäume sind wichtiges Kulturgut und ökologisch höchst wertvoll. Wir wollen daher ein stärkeres Bewusstsein für den Wert von (alten) Bäumen schaffen, Unterstützung bei der Pflege besonderer Bäume anbieten und nötige Pflegemaßnahmen und Fällungen erklären können.

  • Zuschuss/Pflegegeld für bedeutsame Bäume bereitstellen, Bäume einer gewissen Größe und Bedeutung unter Schutz stellen und dies entsprechend (z.B. mit Tafel und in einem Verzeichnis) kommunizieren
  • Ausnahmen natürlich möglich, trotzdem prinzipieller Schutz und behutsamer Umgang mit dem Naturerbe „Baum“